EU-Projekt „CREWS“ – Stärkung der Katastrophenvorsorge im Ostseeraum
Seit Anfang 2025 ist die Feuerwehr Hamburg Partner im EU-Projekt „CREWS“
Die Feuerwehr Hamburg engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Formaten der Ostseekooperation, insbesondere im Rahmen der EU-Strategie für den Ostseeraum (EUSBSR). Seit Anfang dieses Jahres ist die Feuerwehr Hamburg als Projektpartner im EU-Projekt „CREWS“ aktiv, dass die Ziele der Strategie gezielt in die Praxis umsetzt.
Das CREWS-Projekt verfolgt das Ziel, die Ressourcen und Kapazitäten im Katastrophenschutz und Zivilschutz im Ostseeraum nachhaltig zu stärken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Einbindung der Zivilgesellschaft im Katastrophenfall, um lokale Gemeinschaften zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen formellen und informellen Akteuren im Katastrophenmanagement weiterzuentwickeln. Durch die Förderung der transnationalen Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs entstehen gemeinsame Strukturen, die flexibel an regionale Bedürfnisse angepasst werden können.
Die Ostseeregion steht vor vielfältigen Herausforderungen – von Naturereignissen über menschliche Einflüsse bis hin zu geopolitischen Spannungen –, die die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften auf die Probe stellen. Während das traditionelle Katastrophenmanagement vor allem auf staatliche Akteure setzt, zeigen die Erfahrungen zunehmend, wie wichtig die Einbindung lokaler Gemeinschaften und der Zivilgesellschaft für eine effektive Krisenbewältigung ist.
Im Rahmen des CREWS-Projekts werden unter anderem ein Kooperationsmodell und ein digitales Tool entwickelt, die eine effiziente Koordination zwischen Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren ermöglichen. Diese Lösungen sind skalierbar und auf verschiedene Länder und Kontexte übertragbar. Das digitale Tool unterstützt insbesondere das Ressourcen- und Freiwilligenmanagement in Katastrophenfällen und wird in unterschiedlichen Übungsszenarien erprobt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit organisierten Freiwilligen – wie sie in Deutschland beispielsweise in Freiwilligen Feuerwehren, Hilfsorganisationen oder Vereinen aktiv sind – sowie auf der Einbindung von Spontanhelfenden. Der Austausch mit internationalen Projektpartnern, die bereits vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Spontanhelfenden gesammelt haben, ist hierbei für die deutschen Projektpartner besonders wertvoll.
Im Verlauf des Projekts werden die entwickelten Modelle und Tools in verschiedenen Übungsszenarien getestet und weiterentwickelt. Auch in Hamburg ist eine praktische Übung geplant – in diesem Fall mit dem Szenario eines Extremwetterereignisses –, um die Lösungen unter realen Bedingungen zu erproben und zu optimieren.
Das Projekt läuft von März 2025 bis Februar 2028 und wird vom Bezirksamt Altona als Lead Partner koordiniert. Es wird durch das Interreg-Ostseeraum-Programm der EU kofinanziert. Insgesamt sind 13 Partnerorganisationen beteiligt, darunter Kommunen, Rettungsdienste, wissenschaftliche Einrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteure.
Projektdauer:
März 2025 – Februar 2028
Offizielle Website:
https://interreg-baltic.eu/project/crews/
Finanzierung:
CREWS wird durch das Interreg-Ostseeraum-Programm der EU finanziert.
CREWS-Projektpartner:
- Free and Hanseatic City of Hamburg, District office of Altona (Lead Partner)
- Council of the Baltic Sea States Secretariat (CBSS)
- Klaipeda University
- Estonian Rescue Services Agency
- Lithuanian Red Cross Society (LRC)
- University of Eastern Finland
- State Fire and Rescue Service of Latvia
- Jelgava Municipality institution "Jelgava digital centre"
- City of Warsaw
- The Finnish National Rescue Association
- Fire and Rescue Department under the Ministry of Interior of the Republic of Lithuania
- Hamburg Fire and Rescue Service (HFRS)
- Danish Civil Protection League